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Charisma oder Sachargumente - Was überzeugt Ihre Zuhörer?

Was ist wohl erfolgversprechender, wenn es darum geht, andere Menschen zu überzeugen: sachliche Argumente oder eine charismatische Ausstrahlung?

Helmut Schmidt hatte darauf eine klare Antwort: „Was mich angeht, habe ich immer mehr Wert gelegt auf das Argument und weniger auf die Ausstrahlung.“

Und doch: Bei Führungskräften und Experten stehen charismatische Fähigkeiten im Ranking möglicher Soft-Skills weit oben. Wer möchte nicht bei Vorträgen seine Zuhörer begeistern? Entscheidungsgremien auch mit schwachen Sachargumenten überzeugen? Seine Karriere durch eine gewinnende Ausstrahlung befördern?

Es gibt eine Fülle von Seminaren, Coachings und Publikationen zum Thema Charisma. Dabei wird häufig der Eindruck erweckt, man könne Charisma trainieren, ähnlich wie spezielle rhetorische, argumentative oder kommunikative Fähigkeiten. Dies ist jedoch - wie später erläutert wird - ein unrealistisches Versprechen, das in der Praxis nicht eingelöst werden kann. Zudem entwertet die inflationäre Verwendung den Begriff Charisma.

In diesem Beitrag geht um Chancen und Risiken charismatischer Begabung sowie um tragfähige Ansatzpunkte zur Weiterentwicklung der persönlichen Ausstrahlung.


Charisma – eine ambivalente Kategorie

„Charisma“ ist weder ein bestimmtes Persönlichkeitsmerkmal noch eine besondere Fähigkeit eines Menschen. Es entsteht ausschließlich in der Fremdwahrnehmung. Es ist eine Zuschreibung der Zuhörer, bei der Faszination und Bewunderung mitschwingen. Demnach beeindrucken charismatische Menschen durch ein „gewisses Etwas“, durch eine besondere Aura und durch ungewöhnliche Qualitäten. Diese Qualitäten können sehr unterschiedlich sein, denn charismatische Persönlichkeiten treffen immer nur den Nerv ihrer Anhänger. Sie bieten ihren Bewunderern eine Projektionsfläche für deren emotionale Bedürfnisse, für die Bewältigung von Ängsten, aber auch für Zukunftsperspektiven, Hoffnungen und Träume.

Welches Cluster an Wirkfaktoren dafür verantwortlich ist, dass bestimmte Menschen mit dem Label „charismatisch“ ausgezeichnet werden, ist empirisch nicht hinreichend erforscht. In jedem Falle scheinen sie über eine Gnadengabe zu verfügen, denn genau das bedeutet dem altgriechischen Ursprung nach charisma.

Die Spannweite charismatischer Charaktere ist sehr groß:
Extrovertierte Charismatiker wie Steve Jobs, Barack Obama oder Emmanuel Macron sind in der Lage, ihr Publikum mitzureißen und an sich zu binden. Dabei vertreten sie ihre Ideen mit Mut und glühender Begeisterung, sie bestechen durch die Macht der Rhetorik und sind Meister der Selbstinszenierung.

Auch introvertierte, stille Charaktere wie Stephan Hawking und Albert Einstein gelten in den Augen vieler als charismatisch. Die Öffentlichkeit bewundert die Ausnahmephysiker wegen ihrer Genialität, ihrer spektakulären Erklärungsansätze zu den Geheimnissen des Weltalls, gepaart mit ihrem bescheidenen Auftreten. Es ist erstaunlich, dass Hawking als charismatischer Medienstar bezeichnet wurde, obwohl er an einer Erkrankung des Nervensystems litt, die ihm alle motorischen Fähigkeiten und die Stimme genommen hatte. Wenn die inhaltliche Substanz außerhalb jeder Diskussion steht, spielen äußere Faktoren offenbar kaum eine Rolle.      


Vorsicht bei charismatisch begabten Idealisten

Charismatische Ausstrahlung birgt allerdings auch Gefahren und Risiken. Helmut Schmidt begegnete charismatisch begabten Idealisten in Politik und Wirtschaft immer mit großer Skepsis, vor allem weil begeisternde Auftritte bei der euphorisierten Anhängerschaft zu überschießenden Erwartungen führen. Wenn sich die Leistungsversprechen später nicht erfüllen, ist das ernüchternd und enttäuschend.

Bei Barack Obama stehen zum Beispiel die bescheidenden Ergebnisse seiner Präsidentschaft in starkem Kontrast zu seinen rhetorisch brillant vorgetragenen Wahlversprechen zu Anfang seiner ersten Amtszeit. Stellvertretend für diese Diskrepanz mögen die NSA-Affäre, das nicht geschlossene Gefangenenlager von Guantanamo und seine verfehlte Energie- und Nahostpolitik stehen.

Auch bei Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verblasst seine ursprüngliche Strahlkraft, wenn man an die Gelbwesten-Bewegung, an die erstarkende Opposition in Frankreich und die ausbleibende Akzeptanz seiner großen Vision für Europa denkt.

 

Als Wähler sollte man daher immer auch hinter die Fassaden schauen, um nicht auf charismatisch wirkende Persönlichkeiten hereinzufallen. Inwieweit hat beispielsweise der potentielle Kandidat für das Amt eines Kanzlers, eines Ministers oder Top-Managers in seinem tatsächlichen Wirken bereits nachgewiesen, dass er für die angestrebte Herausforderung geeignet ist?

Der Management-Berater Fredmund Malik von der Universität St. Gallen hält charismatische Führungskräfte für gefährlich und nicht wünschenswert. Er erinnert an die Diktatoren Hitler, Mao und Stalin, die auch über eine charismatische Ausstrahlung verfügten, diese aber für destruktive Ziele eingesetzt haben. Malik sieht in Charismatikern ein großes Risiko, weil sie sich nicht an Spielregeln halten, unberechenbar agieren und davon überzeugt sind, in allem Recht zu haben.

Leider gibt es keinen verlässlichen Weg, um sich vor selbstverliebten Charismatikern zu schützen. Sie können aber Vorsicht walten lassen und ihren möglichen Verdacht ernst nehmen, dass mangelnde Sachkompetenz oder fehlende moralische Standards durch eine One-Man-Show, geschliffene Rhetorik und manipulative Taktiken überkompensiert werden sollen.

Wenn Sie mit charismatischen Menschen in Kontakt sind, können drei Prüffragen vor falschen Einschätzungen schützen:
(1) Wodurch ist belegt, dass der charismatisch Wirkende tatsächlich Sachverstand und Urteilsvermögen auf dem diskutierten Gebiet hat?
(2) Was weiß ich über seine tatsächlich erbrachten oder zu erwartenden Leistungen?
(3) Passt meine Einschätzung zu den Vorinformationen über den Ruf, die Vita und die Persönlichkeit des Charismatikers?

 

Kann man „gute Ausstrahlung“ lernen?

„Charisma“ lässt sich nur indirekt trainieren, denn niemand weiß genau, aufgrund welcher Faktoren das Publikum einem Menschen diese Qualität zuschreibt. Als Coach wäre es unseriös zu behaupten: „Wenn du an diesen oder jenen Faktoren arbeitest, wirst du von deinen Zuhörern als charismatisch wahrgenommen.“ 

Wir können jedoch an den Wirkfaktoren arbeiten, die das Publikum allgemein wertschätzt. Dies lohnt sich zum Beispiel für fachlich exzellente Führungskräfte und detailverliebte Experten, aber auch für alle, denen es an Selbstsicherheit, Bühnenpräsenz und Einfühlungsvermögen für die Erwartungen der Zuhörer mangelt.

Die folgenden Faktoren korrelieren mit einer gewinnenden Ausstrahlung:

  • Positive und optimistische Grundhaltung. Wir strahlen aus, was wir denken – über uns selbst, das Thema und unser Gegenüber. Glaubenssätze, die Sie sich vor einem Auftritt mantraähnlich verinnerlichen, kommen Ihrem Selbstbewusstsein und damit Ihrer Wirkung zugute. Drei Formulierungsbeispiele:

-                       „Ich setze auf meine Stärken und stehe zu meinen 
     Ecken und Kanten.“

-                       „Ich brenne für mein Thema.“

-                       „Ich freue mich darauf, meine Zuhörer für meine
     Ideen zu begeistern.“

  • Bühnenpräsenz – Auftreten im Hochstatus. Wer diese Voraussetzung mitbringt, fühlt Sie sich wohl im Zentrum einer Bühne, agiert ruhig und bewusst im Hier und Jetzt und ist in der Lage, seine Botschaften selbstsicher, gewinnend und eloquent zu vermitteln. Mit einer offenen Körpersprache, ruhigen Bewegungen, einer raumgreifenden Gestik, einem freundlichen Gesichtsausdruck und der Macht des gesprochenen Wortes lässt sich die eigene Performance verstärken.
    Professionelle Verhaltenstrainings bieten die besten Chancen zur Verbesserung der Bühnenpräsenz. Unverzichtbar ist dabei videogestütztes Feedback, um die eigene Außenwirkung realistisch einzuschätzen und durch individuelle Übungen aus der Praxis mehr Vertrauen in die rhetorischen Stärken aufzubauen und spürbare Fortschritte zu erzielen. Flankierende Maßnahmen zur Umsetzung des Erlernten tragen dazu bei, die erwünschten Lernziele nachhaltig zu erreichen.    
  • Empathie. Hier geht es darum, Interesse an den Bedürfnissen und am Schicksal anderer zu zeigen. Empathische Menschen sind gute Zuhörer. Sie gehen wertschätzend mit anderen Sichtweisen um, stellen Bezüge zu den Vorerfahrungen des Publikums her und veranschaulichen dadurch die Bedeutung und den Nutzen der vorgestellten Idee oder Vision.

  • Die Sprache als Wirkfaktor. Steve Jobs setzte bei öffentlichen Auftritten auf eine geläufige Sprache, einen partnerschaftlichen Ton und eine „hirnfreundliche“ Kommunikation. Als Zuhörer konnte man ihm gut folgen und die Inhalte wie auch die unterstützende Visualisierung leicht verarbeiten.

Um die Kernbotschaften beim Zuhörer einzubrennen, bevorzugte der Apple-Gründer persönliche Geschichten, überraschende Aktionen und einprägsame Analogien und Metaphern.
Steve Jobs war ein Meister des Storytellings und des Infotainments, also der Verknüpfung von Information und humorvoller Unterhaltung. Diese kommunikativen Tools sind auch der Erfolgsgarant der berühmten TED-Talks. Sie lassen sich sehr gut trainieren und bieten die besten Chancen, die Botschaften bei den Zuhörern „wiedererzählbar“ zu verankern.

 

Wer seine persönliche Wirkung verbessern will, ist gut beraten, keine Rolle zu spielen und keine Verhaltensschablonen zu imitieren. Das Publikum honoriert einen authentischen und glaubwürdigen Vortragsstil. Agieren Sie bei Ihren Auftritten natürlich und nicht aufgesetzt. Verbiegen Sie sich nicht. Vertrauen Sie auf Ihre Stärken und akzeptieren Sie Ihre Ecken und Kanten als Teil Ihrer Einzigartigkeit.


Ihre Begeisterung für Ihre Idee prägt Ihre Ausstrahlung

Die entscheidende Voraussetzung für Ihre Strahlkraft liegt in einer außergewöhnlichen Idee, einem innovativen Produkt oder in einer mutigen Vision, für die Sie brennen. Und in Ihrer Überzeugung, dass Ihre Botschaft dem Publikum einen Mehrwert bringt. Ihre Begeisterung für Ihr Anliegen ist die entscheidende Triebkraft für einen starken Auftritt. Wer eine bestechende Idee mit Leidenschaft und Überzeugungskraft vorträgt und die kommunikativen Instrumente beherrscht, hat Chancen, als charismatisch wahrgenommen zu werden.

Ein leuchtendes Beispiel für eine Führungspersönlichkeit, die gleichzeitig über eine gewinnende Ausstrahlung und tatsächliche Sachkompetenz verfügte, ist Helmut Schmidt. Gräfin Dönhoff, die Mitherausgeberin der ZEIT, attestierte dem Altbundeskanzler drei seltene Gaben, die zu seinem „Charisma der Vernunft“ gehörten: „Erstens die Fähigkeit, die Lage klar zu analysieren; zweitens das Talent, mit scharfem Blick zu erkennen, was davon in praktische Politik umgesetzt werden kann; und drittens die Beredsamkeit, andere von der Richtigkeit seiner Ansichten zu überzeugen.“

 

Weiterführende Hinweise zu den Themen Rhetorik, Charisma, Argumentieren und Konflikt-Management:

 

Eidel, U.; B. Tybusseck (Hrsg.): Konflikte lösen – Verhandeln unter Stress. Freiburg 2019

Thiele, A.: Argumentieren unter Stress. 16. Aufl. dtv München 2019

Thiele, A.: Argumentieren unter Stress (überarb. und ergänzte Auflage) Hardcover Frankfurt 2017

Thiele, A.: Hörbuch Argumentieren unter Stress (bei Campus erschienen)  

Thiele, A.: Argumentieren und überzeugen (Videotraining) Pinkuniversity. (seit Nov. 2018 auch in Englisch 2018)

 


 

 

 

Themen und Anlässe für Ihr Coaching

 


Sie möchten bei Ihren Vorträgen souverän auftreten und  den Nerv des Publikums treffen? Sie suchen einen diskreten Reflexions- und Sparringspartner, mit dem Sie Lösungswege für heikle Führungs- und Konfliktsituationen erarbeiten und deren Umsetzung trainieren können? Sie wünschen sich einen erfahrenen Coach, der Sie fit macht für Auftritte in der Öffentlichkeit?

Um diese und ähnliche Themen geht es bei unserem Coaching-Angebot: Wir unterstützen, beraten und begleiten Sie bei der Weiterentwicklung ihrer kommunikativen Fähigkeiten und ihrer Führungskompetenz – auch im Hinblick auf die neuen Anforderungen in der Arbeitswelt 4.0. Sie profitieren von unseren 30-jährigen Erfahrungen und dem Expertenwissen bei Advanced Training in diesen Lernfeldern: #Rhetorikcoaching und #Auftrittskompetenz; #Führungscoaching und #Konfliktmanagement; #Argumentationssparring sowie #Mediencoaching - Überzeugen vor Mikrofon und Kamera.    

In unseren Coachings starten wir in der Regel mit der Klärung der Ziele und Erwartungen des Klienten sowie einer persönlichen Standortbestimmung. Auf dieser Grundlage erarbeiten wir für Ihre Aufgabenstellung gemeinsam passgenaue Strategien und Lösungsansätze. Wir helfen Ihnen, die Perspektive zu wechseln, eingefahrene Gleise zu verlassen und neue Wege zu finden.


Ein unverzichtbares Coaching-Tool ist offenes und videogestütztes Feedback zu Ihrer Außenwirkung. Dies ermöglicht es, Ihren ‚Blinden Fleck‘ zu verkleinern und Ihr Selbstbild mit Ihrem Fremdbild in Einklang zu bringen. Dieser Punkt ist deswegen von größter Bedeutung, weil Führungskräfte im Zuge ihres beruflichen Aufstiegs immer weniger ehrliches und ‚objektives‘ #Feedback aus dem Umfeld bekommen
.

 

Die Dauer des Coachings richtet sich nach der Komplexität der Aufgabenstellung und den Lernzielen des Klienten. Die Coaching-Formate reichen von einem Kurzzeitcoaching (z.B. via Skype) bis zu einem strukturierten Coaching-Prozess, der in der Regel mehrere Sitzungen umfasst. Eine Coaching-Sitzung dauert bei uns 4 Zeitstunden. Auf Wunsch begleiten wir unsere Coachees ohne zeitliche Limitierung.


Die Coaching-Anlässe im Einzelnen: 

 

1. Rhetorikcoaching und Auftrittskompetenz

 

Zum Aufgabenprofil von Führungskräften gehören interne wie externe rhetorische Herausforderungen. Dazu zählen #Vorträge und #Präsentationen auf  großen Bühnen genauso wie die Kommunikation in Konferenzräumen oder bei Online-Meetings mit virtuellen Teams. Im Mittelpunkt steht das Ziel,  souverän, glaubwürdig und authentisch aufzutreten und die rhetorische Strategie flexibel auf verschiedene Zuhörerkreise anwenden zu können. Denn Kunden, Mitarbeiter, Management und die übrigen Anspruchsgruppen der Führungskräfte-Kommunikation ‚ticken‘ unterschiedlich. Sie haben jeweils andere Erwartungen, Entscheidungskriterien, Vorkenntnisse und Sichtweisen. Kundenorientierung bedeutet, diesen Besonderheiten bei der Erarbeitung der Vortragsstrategie und beim Auftritt selbst Rechnung zu tragen. Dies schafft günstige Voraussetzungen dafür, einen guten emotionalen Kontakt zum Publikum herzustellen, die Zuhörer zu fesseln und die Kernbotschaften ‚wiedererzählbar‘ zu verankern.

 

Unser videogestütztes #Rhetorikcoaching bietet Ihnen die Chance, valide Informationen darüber zu erhalten, wie Sie auf andere wirken - das heißt, wie Zuhörer die vermittelten Inhalte sowie Ihre Körpersprache, Stimme und Ihr Sprechverhalten wahrnehmen. Daran anknüpfend fällt es leichter, gezielt an der Verbesserung der persönlichen Wirkung zu arbeiten – Stärken auszubauen und Verbesserungspotentiale zu erschließen. Dies impliziert auch die Vermittlung der rhetorischen Stilmittel, die sich bei den #TED-Talks bewährt haben. Die Redner sprechen bei diesem Vortragsformat über Ideen, die sie selbst begeistern und die es wert sind, weltweit verbreitet zu werden. Das Konzept setzt auf die Macht emotionaler vor allem selbst erlebter - Geschichten (#Storytelling) und erklärt komplexe Sachverhalte in einfachen, verständlichen Worten und anhand anschaulicher Beispiele, Analogien und Metaphern.  

 

Ein Coaching ist dann besonders lohnend, wenn bestimmte Redeszenarien für Sie ungewohnt oder neu sind und wenn Sie Ihre Auftritte unter professioneller Anleitung individuell und praxisbezogen reflektieren und druchspielen möchten. Dann fällt es Ihnen von Mal zu Mal leichter, mit Auftrittsfreude und Erfolgszuversicht vor Ihr Publikum zu treten.        


 2. Führungscoaching und Konfliktmanagement

 

Bei diesen Coaching-Anlässen erhalten Sie Gelegenheit und Instrumente, das eigene Führungsverhalten zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Durch praxisbezogene Übungen und Feedback lernen Sie, die Wirkung Ihres Verhaltens kritisch zu reflektieren. Im Rahmen des #Führungscoachings wird auch die Frage behandelt, welcher Führungsstil am besten zu Ihrer Persönlichkeit, zu Ihrem Wertekodex, dem personellen Umfeld und der Kommunikations- und Führungskultur des Unternehmens passt. Unser Coaching hilft Ihnen zudem, Ihre Kommunikations-, Motivations- und Konfliktfähigkeit so zu steuern, dass die Potentiale der Mitarbeiter sowie #Wir-Gefühl und sozialer Zusammenhalt im Team gefördert werden. Im Hinblick auf Konfliktsituationen haben Sie die Chance, Lösungsoptionen zu erarbeiten und zu trainieren, die Erfolg versprechend sind ohne die menschliche Beziehung zu beeinträchtigen.

 

Unterstützung bei Neuorientierung und #Startups      
Ein #Coaching kann auch infrage kommen, wenn sich Führungskräfte bei wichtigen Veränderungen neu orientieren müssen. Etwa bei einem #Change-Prozess, einer #Fusion oder einem Wechsel auf der gleichen Führungsebene. Unser Angebot
richtet sich auch an Personen, die in ihrem Unternehmen oder als Quereinsteiger eine neue Führungsfunktion übernehmen. Wir bereiten den Coachee auf die neuen Anforderungen vor und sensibilisieren für Stolpersteine und Klippen, mit denen er speziell in den ersten 100 Tagen konfrontiert sein könnte. Vermittelt wird zum Beispiel das kommunikative Rüstzeug, um erste Begegnungen in dem neuen Umfeld souverän zu absolvieren, ein tragfähiges Beziehungsnetzwerk aufzubauen und die Erwartungen der Anspruchsgruppen zu erfüllen - oder sogar zu übertreffen. Im Coaching bietet sich zudem die Chance, zeitnah die Erfahrungen in der neuen Führungsrolle zu reflektieren und konstruktives Feedback zu erhalten.

Ein Führungscoaching kommt auch für junge #Führungsnachwuchskräfte und #Startup-Unternehmer in Frage, die im geschützten Rahmen eines Coachings modernes Führungs-Kow-how kennenlernen und/oder ihr Führungs- und ihr Kommunikationsverhalten überprüfen und weiterentwickeln wollen.

 

  3. Argumentationssparring

 

Coaching-Anfragen zu dieser Rubrik beginnen oft damit, dass jemand eine kommunikative Situation (Verhandlung, Teammeeting, Präsentation, Pro-Contra-Diskussion u.a.) als schwierig und stressig erlebt oder den Eindruck hat, dass Kollegen, statushöhere Gesprächspartner oder externe Akteure (z.B. Politiker) rhetorisch besser aufgestellt sind. Auch eine erlittene Niederlage in einem Streitgespräch vor den Augen anderer kann zu einer Anfrage führen - unter dem Motto: „Das soll mir nie wieder passieren!“

 

Auslöser für ein Coaching kann auch ein Veränderungs- und Umstrukturierungsprozess sein, der aggressive und polemische Auseinandersetzungen im Unternehmen und in der Öffentlichkeit mit sich bringen kann. Involvierte Führungskräfte und #Change-Manager haben Gelegenheit, ihre Kommunikationsstrategien zu reflektieren sowie neue Techniken kennenzulernen und einzuüben, um
-   ihre Argumentation psychologisch geschickt und zuhörerorientiert aufzubauen,
-   ihre Kernbotschaften auf den Punkt zu bringen,
-   kritische Einwände und massive Kritik zu neutralisieren und
-   sich in Rede und Gegenrede standfest und glaubwürdig zu behaupten.

 

Es kommt zudem der Souveränität und Sicherheit zugute, wenn der Coachee #Machtspiele und #Dirty Tricks früh erkennt und Abwehrstrategien verfügbar hat. Dies schließt auch die frühzeitige Beeinflussung der Gruppendynamik mit ein. Beispielsweise durch gezielte Vier-Augen-Gespräche mit Schlüsselpersonen und informellen Führern.

 

Worum es in unseren Coachings zum #Argumentationssparring gehen kann, zeigt exemplarisch diese Anfrage einer Bank: „Die geplante Verschmelzung von zwei Bankhäusern wird in der Region XYZ sehr emotional und häufig unsachlich diskutiert. Der Vorstand sucht daher die Unterstützung eines Coaches und Sparringspartners, um die Fusionsentscheidung in der Öffentlichkeit überzeugend zu kommunizieren. Um für die anstehende Großveranstaltung gewappnet zu sein, sollen Strategien zur Abwehr pauschaler Polemik, persönlicher Unterstellungen und anderer Spielarten der Kampfdialektik trainiert werden.“     
 

 4. Mediencoaching: Überzeugen vor Mikrofon und Kamera

 

Im #Mediencoaching vermitteln wir Führungskräften, Sprechern und Fachexperten die Spielregeln professioneller Medienauftritte und das kommunikative Rüstzeug, um vor Mikrofon und Kamera eine gute Figur zu machen. Unter studioähnlichen Bedingungen trainieren wir #Statements, #Stress-Interviews und #Public Speaking. Darüber hinaus bereiten wir Führungskräfte auf #Talkshows, #Podiumsdiskussionen und andere mediale Auftritte vor. #Krisenkommunikation gehört ebenfalls zu möglichen Coaching-Themen. Dabei erarbeiten wir gemeinsam mit den verantwortlichen Führungskräften Strategien, um im Krisenfall professionell auf Medienanfragen reagieren zu können.    

 

Zu unseren Coaching-Angeboten gehört auch ein ‚Medientraining on Demand‘. Hierbei unterstützen wir Sie kurzfristig bei der Vorbereitung von Auftritten in Funk, Fernsehen oder Business-TV wie auch bei herausfordernden Präsentationen oder Vorträgen.  

Wenn Sie sich in einem oder mehreren dieser Szenarien wiederfinden und Ihre kommunikative Fähigkeiten und Ihr Führungsverhalten überprüfen und gezielt weiterentwickeln wollen, sprechen Sie uns an. Wir freuen uns darauf, Sie von der Qualität und den USPs unseres Coachings zu überzeugen. Ich verspreche Ihnen ein individuelles, auf Ihren Bedarf und Ihre Persönlichkeit zugeschnittenes Gesprächs- und Übungsprogramm, das Ihnen auf Ihrem Weg einen nachhaltigen Mehrwert bringt.

 

Anfragen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!">Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 Details: www.coaching-at.de

 

 

 

 

Medientraining - Sieben Grundregeln für öffentliche Auftritte

Dieser Beitrag sensibilisiert für die Dos und Don’ts bei Ihren Auftritten vor Mikrofon und Kamera. Die Grundregeln für öffentliche Auftritte* helfen Ihnen, auf externen Bühnen eine gute Figur zu machen. Diese Basics geben Ihnen Orientierung bei Statements, in Sach- und Stress-Interviews, bei Video-Botschaften oder in Diskussionsrunden und Talkshows. (Weiterführende Links s.u.)

 

Was Sie beim nächsten Auftritt mindestens beachten sollten:

 

1. Ihre Stimmung beeinflusst Ihren Sympathiewert

 

Ihre innere Einstellung ist der Dreh- und Angelpunkt für Ihre Ausstrahlung und Wirkung. Nehmen Sie sich vor Ihrem Auftritt einige Minuten, in denen Sie sich positiv einstimmen. Denken Sie zum Beispiel an gelungene Auftritte aus der Vergangenheit. Machen Sie sich Ihre persönlichen Stärken bewusst. Sagen Sie sich Ihre Kernbotschaften halblaut vor. All dies erleichtert es Ihnen, mit Auftrittsfreude vor die Kamera zu treten. Bedenken Sie: Ihre Stimmung beeinflusst ganz wesentlich Ihre körpersprachliche Wirkung und die Wärmetönung Ihrer Stimme.

 

2. Ihre Persönlichkeit wirkt stärker als Worte

 

Bei Ihren Auftritten senden Sie immer auch informationsbegleitende Botschaften. Diese werden 'unterschwellig' vermittelt vor allem über Ihre Körpersprache, Stimme und Ihr interaktives Verhalten sowie über Ihre Kleidung und den visuellen (und ggf. auditiven) Hintergrund. Diese Faktoren entscheiden maßgeblich darüber, inwieweit Sie aus der Sicht der Zuhörer authentisch, glaubwürdig und sympathisch wahrgenommen werden. Die Personalisierung kommt einem Wunsch der Zuhörer entgegen: Sie möchten wissen, mit wem sie es zu tun haben, und interessieren sich an erster Stelle für die Persönlichkeit des Vortragenden und erst an zweiter Stelle für die Inhalte.

 

Hinzu kommt, dass die Zuhörer während Ihres Auftritts keinen Faktencheck Ihrer Argumente machen können. Sie fragen sich im Zweifel, ob sie dem Menschen vertrauen kann, der die Worte sagt, also Ihnen. Wie wichtig die ‚weichen Faktoren‘ für Ihre Akzeptanz beim Publikum sind, zeigt sich an der zugespitzten Maxime für mediale Performance: Wer sympathisch wirkt hat Recht. 

 

Ich rate Ihnen, so aufzutreten, dass man später über Sie eine gute Geschichte erzählen kann. 

 

3. Eine einfache und anschauliche Sprache ist das Erfolgsrezept

 

Für die mündliche Kommunikation gilt der Satz: „Was nicht sofort verstanden wird, wird nie verstanden!“ Verständlich sprechen heißt, hirngerecht zu kommunizieren, also so, dass der Zuhörer gerne zuhört und die Inhalte leicht verarbeiten und speichern kann. Sprechen Sie daher in einfachen Sätzen. Vermeiden Sie Fachsprache, Fremdwörter, Abkürzungen und Anglizismen. Das gesprochene Wort sollte nicht nach Schriftsprache klingen sondern alltagssprachlich und natürlich. Sie verankern Ihre Botschaften im Kopf der Zuhörer, wenn Sie abstrakte Inhalte durch Beispiele und Bilder konkretisieren.

 

Für die Länge eines Satzes gilt die drei Sekunden-Faustregel. Ihr Zuhörer braucht spätestens nach drei Sekunden eine Unterbrechung: eine kleine Pause oder ein hörbares Senken der Stimme am Satzende. Sonst verliert er den Überblick und schaltet ab. Wer ohne Punkt und Komma redet, überschreitet diesen Zeitrahmen.

 

4. Ihre Begeisterung ist der stärkste Wirkfaktor

 

Sie fühlen sich bei externen Auftritten am besten und haben aus Sicht der Zuhörer die stärkste Ausstrahlung, wenn Sie über ein Thema sprechen, für das Sie sich begeistern. Zum Beispiel eine außergewöhnliche Idee, eine mutige Zukunftsvision oder ein innovatives Produkt. Setzen Sie beim Vortragen und Argumentieren auf plastische Beispiele, emotionale Geschichten und Analogien, um die Inhalte emotional aufzuladen. Das machtvolle rhetorische Stilmittel ‚Storytelling‘ hat sich bei TED-Talks rund um den Globus 1000fach bewährt (Literaturhinweis s.u.).

 

5. Trainieren Sie Ihr Zeitgefühl

 

Der Grenznutzen wird immer kleiner, je länger Sie sprechen. Trainieren Sie daher Ihr Zeitgefühl. Drei Argumente sprechen gegen zu lange Redebeiträge: Ihr Sympathiewert sinkt, Sie bauen viele Angriffsflächen auf und Sie überfordern die Aufnahmefähigkeit der Zuhörer.  Arbeiten Sie daran, Ihre Position knapp und klar auf den Punkt zu bringen. In 30 bis 40 Sekunden. Das ist etwa die Länge des Elevator Pitch Das beste Werkzeug zur wirkungsvollen und souveränen Argumentation ist die Fünfsatztechnik. Sie beinhaltet gedankliche Baupläne zur zielgerichteten und strukturierten Beweisführung. Mit und ohne Vorbereitung. (Links dazu siehe unten)

 

6. Halten Sie Argumentations-Module zu den gängigen Themen bereit

 

Argumentations-Module sind kurze, vorbereitete Statements zu den Schlüsselfragen, die aktuell auf der Agenda stehen und die in Diskussionen thematisiert werden können. Je engmaschiger das Netz vorbereiteter kurzer Argumentationen ist, umso besser sind Sie für Ihre Auftritte gewappnet. Insbesondere wenn Sie in Rede und Gegenrede gefordert sind. Sorgen Sie dafür, dass diese Argumentationsmodule immer auf dem neuesten Stand sind.

 

Chancen eines Medientrainings – Keine Kunst ohne Übung

 

In unseren Medientrainings lernen Sie, diese Grundregeln anhand eines validierten Programms einzuüben. Darüber hinaus vermitteln wir das rhetorische und dialektische Rüstzeug, um in Stress-Interviews, Podiumsdiskussionen und Talkshows sowie beim Public Speaking souverän und mit einem guten Gefühl zu agieren. Sie trainieren durchgängig anhand aktueller Themen, die für Ihre öffentlichen Auftritte und die Außenwirkung Ihres Unternehmens von Bedeutung sind. Bei den Lernmethoden stehen Praxissimulationen mit kameragestütztem Feedback im Mittelpunkt. Dadurch können Sie Ihre Stärken und Verbesserungspotenziale besser einzuschätzen und gezielt Fortschritte machen.

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*Hinweis: Die Basic Skills sind eine Weiterentwicklung der „Sechs Gebote für TV-Auftritte“, die Ulrich Kienzle in unseren gemeinsamen Medientrainings den gecoachten Vorständen und Sprechern vermittelt.

 

 

Weiterführende Informationen:

 

Details zum Medientraining und Coaching unter www.coaching-at.de

Ratgeber zu Thema „Auftritte in Funk und Fernsehen“:

  • Anderson, C.:TED Talks: Die Kunst der öffentlichen Rede. Das offizielle Handbuch. https://amzn.to/2EUBQlZ
  • Youtube-Video: Anderson, C.: TED's secret to great public speaking.  
    https://bit.ly/1Wgd8OT
  • Thiele, A.: Argumentieren unter Stress. Auflage
    https://amzn.to/2MhqApS
  • Thiele, A.: Argumentieren unter Stress. dtv https://amzn.to/2GtIsKi
  • Hörbuch – Thiele, A.: Argumentieren unter Stress. https://amzn.to/2GtIsKi
  • Online-Videotraining – Thiele, A.: Argumentieren und Überzeugen (Pinkuniversity)
    Seit Nov. 2018 auch in Englisch verfügbar: Titel: Justification and Persuasion Techniques)
    https://www.pinkuniversity.de/ (Hinweis: Pinkuniversity bietet hochwertige Online-Videos für die nachhaltige Entwicklung von Fach- und Führungskräften in Unternehmen)

 

Sprechen Sie uns an, wenn Sie Interesse an einem Medientraining oder an einem Rhetorik- und Argumentationscoachings haben!


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">Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Tel.: 0211-154688
Mobil: 0172-206-8438

 

 

Argumente auf den Punkt bringen - Die Fünfsatztechnik

Wie denkst Du über ‚Fridays for Future‘? Was hältst Du von dem Rezo-Video mit der massiven Kritik an der CDU/CSU? Wie stehst Du zum Dieselfahrverbot in Großstädten? Es ist nicht leicht, auf diese Fragen aus dem Stand zu reagieren. Die Schwierigkeit besteht darin, dass einem 1000 Gedanken durch den Kopf gehen, die man auf die Schnelle nicht geordnet bekommt.

Es fehlt ein Konzept, um seinen Standpunkt strukturiert und zielgerichtet zu formulieren. Ich stelle Ihnen im Folgenden eine leicht umsetzbare Technik vor, mit der Sie Ihre Botschaften auf den Punkt bringen können: Die Fünfsatztechnik. Sie ist sowohl anwendbar, wenn Sie aus dem Stegreif argumentieren als auch bei der Vorbereitung von Statements.

 

Was bedeutet „Fünfsatz“?


Fünfsätze sind gedankliche Baupläne für zielgerichtetes Argumentieren. Sie sind darauf gerichtet, die eigene Meinung oder relevante Teilaspekte in fünf Schritten kurz, logisch und zielführend zu vermitteln. Je nach Anlass und Situation stehen verschiedene Fünfsatzmodelle zur Verfügung. Alle gehen auf ein Grundschema zurück, mit dem ich Sie nun vertraut machen möchte.

Jeder Fünfsatz enthält die Phasen: Einleitung, Hauptteil und Schluss. Diese lassen sich mit Hilfe der fünf Finger der Hand einprägsam beschreiben:

 

Der Daumen steht für die Einleitung, für den situativen Einstieg. Die mittleren Finger symbolisieren drei argumentative Schritte. Dies ist das Kernstück der Argumentation. Mit dem letzten Finger bringen Sie Ihre Meinung auf den Punkt. Dies ist der Zwecksatz oder das Fazit Ihrer Argumentation.

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Hinweis

Der Begriff Fünf-„Satz“ ist missverständlich: Denn jeder der fünf Argumentationsschritte besteht in der Regel aus mehreren Sätzen. Daher sprechen wir im Folgenden von Schritt oder Phase.

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 So funktionieren die fünf Schritte:

Schritt 1: Der situative Einstieg:
Je nach Situation, Kontext und Ihrer persönlichen Zielsetzung gibt es verschiedene Einstiegsmöglichkeiten. Bei der agierenden Strategie bemühen Sie sich aktiv um das Wort, um Ihre Argumentation einzubringen. Dies kann dadurch motiviert sein, dass die Diskussion in eine - aus Ihrer Sicht - falsche Richtung läuft, dass Sie ein Argument der Gegenseite auf Tragfähigkeit hin prüfen wollen oder dass Sie einen neuen Aspekt in die Diskussion einführen möchten. Um ans Wort zu kommen, können Sie sich zum Beispiel durch Handzeichen bemerkbar machen, direkt bei einem Schlüsselwort Ihres Gesprächspartners einhaken oder die Pause zu Ende eines anderen Wortbeitrags nutzen. Das hört sich dann etwa so an:

-        „Ich möchte noch einen anderen Punkt ansprechen, der mir sehr wichtig ist…“

-        „Ihr Stichwort „Klimawandel‘ nehme ich gern auf, Herr Müller…“

-        „Mir ist ein Aspekt ganz wichtig, der noch gar nicht zur Sprache gekommen ist, nämlich die Meinungsfreiheit, die ja im Grundgesetz - durch Artikel 5 - gesichert ist.“

 

Bei der reagierenden Strategie beantworten Sie eine Frage Ihres Gesprächspartners oder kontern ein Gegenargument oder einen kritischen Einwand Ihres Gegenübers. Formulierungsbeispiele: „Sie fragen, ob ich meinen Kindern erlauben würde, an diesen Aktionen für den Klimaschutz teilzunehmen. Ich sage ganz klar: Während der Schulzeit nicht…“; „Ich kann Ihre Bedenken nachvollziehen. Trotzdem stehe ich zu 100 Prozent hinter dieser Art von Youtube-Statements …“; „Herr Schumann, Sie fragen zu Recht nach Alternativen zum Dieselfahrverbot. Meine Position sieht so aus …“ Nach diesen Sätzen schließen Sie Ihre Begründung an.

 

Aus taktischen Gründen kann es ratsam sein, sich in der Einstiegsphase klar zu positionieren oder die eigene Meinung zurückzustellen.
Mein Tipp: Eine klare Position Pro oder Contra sollten Sie nur vertreten, wenn Sie viel Vorwissen zum Thema haben. Wenn Sie sich bei geringer Fachkenntnis klar positionieren, laufen Sie Gefahr, dass Sie bei kritischen Fragen und Einwänden schlecht aussehen und an Glaubwürdigkeit einbüßen.  

In diesem Falle ist es ratsam, sich nicht festzulegen und durch kluge Fragen zu punkten. Sie können auch einräumen, dass Sie noch nicht zu einem abschließenden Urteil gekommen sind. Eine Variante besteht darin, einen allgemeinen Aspekt ins Spiel zu bringen, den Sie auch gegen scharfe Kritik verteidigen könnten. Etwa: „Ich finde es prinzipiell gut, dass sich junge Menschen für politische Themen engagieren und demonstrieren.“    

 

Schritte 2 bis 4: Der dreifach gegliederte Hauptteil

Dieser liefert die Belege dafür, dass Ihr Fazit, das im letzten Schritt folgt, richtig ist. Dies ist das Herzstück Ihrer Argumentation. Die mittleren Finger symbolisieren die magische Zahl „Drei“. Das heißt: Beschränken Sie sich auf maximal drei Aspekte, die Ihre Meinung stützen. Dadurch kann Ihr Zuhörer die Inhalte gut verarbeiten und Sie erhöhen die Einprägsamkeit Ihrer Argumentation.

Durch welche Beweismittel lassen sich Ihre Zuhörer aber überzeugen? Als besonders kraftvoll und erfolgversprechend haben sich vier Typen von Argumenten bewährt:
(1) Nutzenargumente; (2) Beispiele und Geschichten; (3) Zahlen, Daten, Fakten sowie
(4) Autoritäten. Details dazu finden Sie in dem Youtube-Video:
https://bit.ly/2W4XEBq, ab: 3:50 min.

Wählen Sie aus diesen Argumenten drei Punkte aus, die Ihren Zuhörer (vermutlich) am besten überzeugen und zu Ihrer Zielsetzung passen. Bleiben Sie hierbei flexibel: Sie können zum Beispiel zwei Argumente bringen und eine kurze ergänzende Geschichte oder ein Zitat einer Autorität (‚name dropping‘). Eine zweite Variante wäre etwa: ein Argument, ein Beispiel zur Veranschaulichung sowie eine eindrucksvolle Zahl. Die Reduktion auf drei Punkte soll sicherstellen, dass Sie einen einzelnen Wortbeitrag nicht überladen. Denken Sie daran: Sie haben in Gesprächen und Diskussionen Gelegenheit, Ihre TOP-Argumente auf mehrere Wortbeiträge im Gesprächsablauf zu verteilen (Siehe hierzu die u.a. weiterführenden Literaturhinweisen und Links).      

Schritt 5: Der Schluss des Fünfsatzes

Er beinhaltet die wichtigste Aussage und wird daher als Zwecksatz bezeichnet. Mit ihm wird die Kernbotschaft zugespitzt und einprägsam zusammengefasst oder verstärkt. Das Fazit ist gleichsam die ‚Kirche am Horizont‘. Die Argumentation ist der Weg zu diesem Ziel. Formulierungsbeispiele: „Und deswegen sollten die Schüler außerhalb der Schulzeit für den Klimaschutz demonstrieren“; „Mein Fazit lautet: Das Rezo-Video steht in Einklang mit der Meinungsfreiheit …“; „Und deshalb bin ich grundsätzlich gegen ein Dieselfahrverbot.“

 

Starten Sie bei der Vorbereitung eines Fünfsatzes mit dem Zwecksatz
Fragen Sie sich: Wenn ich meinen Standpunkt in einen Satz zusammenfassen müsste, was würde ich sagen? Was wäre die Quintessenz, was wäre der Kerngedanke, für den ich stehe? Dabei kann es durchaus sinnvoll sein, bei neuen und komplexen Themen die eigene Meinung in der Schwebe zu halten. Das kann sich so anhören: „Und deswegen bin ich noch nicht zu einem abschließenden Urteil gekommen.“ oder „Ich bin daher noch unschlüssig, ob ich mich Pro oder Kontra entscheiden soll.“ Nachdem Sie den Zwecksatz gefunden haben, suchen Sie nach geeigneten Argumenten und Beispielen (drei Punkte). Zuletzt überlegen Sie sich einen guten Einstieg.

 

Reden Sie sich nicht um Kopf und Kragen
Die Fünfsatztechnik íst ein Plädoyer für kurze Beiträge. Der zusätzliche Nutzen wird nämlich immer kleiner, je länger Sie reden. Lange Beiträge vergrößern die Angriffsflächen, überfordern die Aufnahmefähigkeit der Zuhörer und kosten Sympathie. Ihr Gegenüber hat eben kein eingebautes Tonband, mit dem er ihre langen Ausführungen aufzeichnen könnte. Orientieren Sie sich an der Faustregel, dass Ihr Statement – von Ausnahmen abgesehen - etwa 30 bis 40 Sekunden dauern sollte. Das ist die Länge des sogenannten Elevator Pitch (
Zum Begriff: https://bit.ly/2SWffto). Diese zeitliche Vorgabe ist allerdings nicht schematisch zu sehen. Die halbe Minute ist ein arithmetisch gewichteter Durchschnittswert. In dieser Zeit können Sie mit Hilfe der Fünfsatztechnik Ihren Standpunkt überzeugend begründen.

 

Sie können den dargestellten einfachen Fünfsatz in allen Situationen anwenden, in denen Sie argumentativ gefordert sind. Darüber hinaus gibt es spezielle Fünfsatzstrukturen, die für bestimmte Ziele und Szenarien geeignet sind. Dazu gehören:

-        Die Standpunktformel. - Sie beziehen selbstbewusst und eindeutig Position Pro oder Contra. Das ist ihre große Stärke. Allerdings laufen Sie damit auch Gefahr zu polarisieren.

-        Das Pro-Contra-Schema, - Sie leiten Ihren Standpunkt durch Abwägung von Pro und Kontra ab, was Ihre Glaubwürdigkeit erhöht. Mit Hilfe dieses Fünfsatzes können Sie Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen.

-        Die Problemlösungsformel. – Sie wollen Ihre Zuhörer von einem bekannten Problem und den Konsequenzen bei Nicht-Handeln zu einer Lösung führen. Entsprechend ist die Formel aufgebaut. Diese eignet am bestens für Ihre Überzeugungsarbeit.

 

Detaillierte Ausführungen dazu finden Sie in diesen Publikationen und Links:

  • Thiele, A.: Argumentieren unter Stress. 9. Auflage https://amzn.to/2MhqApS
  • Hörbuch - Thiele, A.: Argumentieren unter Stress, CD2, Track2 https://amzn.to/2GtIsKi
  • Online-Videotraining - Thiele, A.: Argumentieren und Überzeugen (Pinkuniversity)
    Seit Nov. 2018 auch in Englisch verfügbar: Titel: Justification and Persuasion Techniques) https://www.pinkuniversity.de/ (Hinweis: Pinkuniversity bietet hochwertige Online-Videos für die nachhaltige Entwicklung von Fach- und Führungskräften in Unternehmen)

Was hat Rhetorik mit Flugsimulatoren zu tun?

Ein Flugsimulator bildet die Situation im Cockpit wirklichkeitsgetreu ab. Der Pilot kann gleichsam mit dem Flieger abheben, während er am Boden bleibt in einem geschützten Raum. Egal wie viele Fehler er bei Start, Landung und während des Fluges macht, sie bleiben ohne gefährliche Konsequenzen. Er kann auf diese Weise Flugmanöver bei schwierigen Wetterlagen mit Turbulenzen und unter besonders anspruchsvollen Start- und Landevoraussetzungen trainieren. In den neusten Geräten lassen sich sogar die exakten Bedingungen eines beliebigen Flughafens dreidimensional nachstellen. Für die Effektivität des Trainings gilt: Je realitätsnäher alles ist – die Anordnung der Instrumente, das Cockpit, die Rundumsicht – umso größer sind Lern- und Transfererfolge für die Piloten.

Was das mit Rhetorik zu tun hat? Wir können analog dazu in unserem Rhetoriktraining herausfordernde Auftrittsszenarien aus Ihrem beruflichen Alltag so realistisch wie möglich simulieren. Zum Beispiel: die Abwehr persönlicher Angriffe, den Umgang mit dominanten Alphatieren oder andere anspruchsvolle Gespräche und Diskussionen. Der Coach ist Ihr Lernbegleiter und Sparringspartner in Personalunion. Er konfrontiert Sie mit Aufgaben, Szenarien und Übungen, die den realen Herausforderungen möglichst nahe kommen. Der Vorteil der Simulation: Sie können im geschützten Raum ohne Risiken und Nebenwirkungen Auftritte oder präferierte Argumentationstechniken austesten. Indem Sie aufs Ganze gehen ohne Angst vor Fehlern und deren Konsequenzen, lernen Sie die Auswirkungen real einzuschätzen. Das Ergebnis: Sie bauen Selbstzweifel ab und Selbstvertrauen auf.

Um den Erfolg des Coachings zu sichern, ist der Schwierigkeitsgrad der Übungen an die Lernvoraussetzungen, die rhetorischen Vorerfahrungen und die Stressresistenz jedes Einzelnen angepasst. Für das Selbstvertrauen ist es von unschätzbarem Wert, wenn der Lernende das rhetorische Knowhow präsent hat, bedarfsgerechte Übungen erfolgreich absolviert und währenddessen die psychologischen Mechanismen durchschaut, die dem verbalen Schlagabtausch zugrunde liegen.

Um Ihnen die Orientierung zu erleichtern, habe ich die wichtigsten Tipps und Tools der Rhetorik zu zehn spannenden Modulen zusammengestellt. Angelehnt an den Flugsimulator sind dies Ihre Bedienungselemente im Cockpit:

Abbildung:

 

 

  

 

Kurze Erläuterung der Module:

Die ersten beiden Module machen Sie fit darin, die eigenen Argumente auf den Punkt zu bringen, die Beweisführung strukturiert und taktisch klug aufzubauen und auch bei Stegreifbeiträgen eine gute Figur zu machen.     

Im dritten Themenfeld lernen Sie – analog zum Pilotentraining – eine Checkliste kennen, auf die Sie bei der Vorbereitung Ihres zielgerichteten und kundenorientierten Auftritts zurück greifen können.

Das vierte Modul optimiert ihren Auftritt in sprachlicher Hinsicht. Wer überzeugen will, muss seine Inhalte verständlich, anschaulich und wiedererzählbar rüberbringen. Unverzichtbar sind dabei Geschichten, konkrete Beispiele und Analogien. So wecken Sie bei Ihren Zuhörern Emotionen, verstärken dadurch die Wirkung des Erzählten und hinterlassen einen bleibenden Eindruck.

Im fünften Trainingsmodul geht es um Ihre innere und äußere Haltung. Hier liegt der Fokus auf einer glaubwürdigen und authentischen Personalisierung Ihrer Botschaften. Sie erhalten videogestütztes Feedback zu Ihrer persönlichen Wirkung – zu Körpersprache und Stimme genauso wie zum Sprechverhalten. Der Dreh- und Angelpunkt Ihrer Außenwirkung liegt in einer positiven Einstellung zu sich selbst, zum Thema und zu Ihrem Auftritt. Auftrittsfreude ist der Schlüssel, um Stress und Lampenfieber in den Griff zu bekommen.
Das sechste Modul bietet Ihnen Lösungsansätze, falls Sie sich vor Verlegenheitspausen, Versprechern und Blackouts fürchten.      
Thema der nächsten drei Bausteine sind erfolgversprechende Manöver für den verbalen Schlagabtausch. Im Argumentationssparring trainieren Sie, überraschende Einwände und Gegenargumente wirkungsvoll zu kontern und Fangfragen sowie manipulative Taktiken zu entkräften. Trainiert werden zudem Konterstrategien gegen unsachliche und polemische Attacken der Kampfdialektik.               

Ziel des Rhetoriktrainings: Aufbau neuer Gewohnheiten

Die Vorteile der Lernmethode „Simulation“ liegen auf der Hand, wenn Sie Ihr Argumentationsverhalten nachhaltig verbessern wollen. Denn es gibt keine bessere Trainingsgrundlage als die kommunikativen Situationen Ihres Alltags. Der Aufbau neuer Gewohnheiten ist damit aber keineswegs gesichert. Es ist ratsam, das Rhetoriktraining einzubetten in einen Blended-Learning-Ansatz, der die Stärken des Präsenzcoachings mit denen des mobilen und sozialen Lernens verbindet.

Bereits vor der Präsenzveranstaltung machen wir mit Ihnen eine Online-Bedarfsanalyse, in der Sie uns sagen, was Sie brauchen! Wo besteht Lernbedarf, bei welchen Auftrittsszenarien haben Sie Schwierigkeiten. Zur individuellen Vorbereitung gehört zudem das erwähnte Online-Videotraining mit den zehn rhetorischen Tools. Ausgehend von Ihrem Lernbedarf erarbeiten Sie vorab in Eigenregie alle oder bestimmte Themen des Schulungsvideos. Dadurch sind Sie gut eingestimmt auf das Präsenzcoaching.       

Nach dem Präsenzlernen geben wir Ihnen unterstützendes Rüstzeug an die Hand, damit Sie die relevanten rhetorischen Tipps nicht vergessen und die erwünschten Gewohnheiten aufbauen. Je nach Lerntyp stehen Ihnen dabei mobile und soziale Lernwege zur Verfügung. So können Sie sich zum Beispiel über iPad oder Smartphone jederzeit und ortsunabhängig die behandelten Inhalte bedarfsweise vornehmen und wiederholen. Für dieses mobile Lernen stehen das Online-Videotraining sowie Hörbuch und eBook zur Verfügung. Darüberhinaus haben Sie die Möglichkeit, mit dem Coach, dem Vorgesetzten und anderen Lernpartnern Transferschwierigkeiten und passgenaue Lösungswege zur Überwindung zu besprechen.       

Blended Learning bietet – mit dem Herzstück „Simulation“ – die besten Chancen, rhetorische Handlungssicherheit aufzubauen und auch in kritischen und turbulenten Situationen die richtigen Entscheidungen zu treffen und souverän zu navigieren. 

Weiterführende Informationen:

Links zum Blended Learning Seminar:
https://bit.ly/2Coe14F
Argumentationsstark im Business - Souverän in schwierigen Situationen
(Veranstalter: Die Akademie für Führungskräfte)


Mobile Lernangebote

Link: https://amzn.to/2TSY1OS (eBook)
Thiele, A.: Argumentieren unter Stress (überarb. und ergänzte Auflage) Hardcover als eBook

Link: https://amzn.to/2GtIsKi (Hörbuch)

Thiele, A.: Hörbuch Argumentieren unter Stress (bei Campus erschienen)

Link:   https://www.pinkuniversity.de/

Thiele, A.: Argumentieren und überzeugen (Videotraining) Pinkuniversity. (seit Nov. 2018 auch in Englisch 2018 unter dem Titel: „Justification and Pertsuasion Techniques“)

 

Kontaktdaten:
Advanced Training

www.albertthiele.de
www.coaching-at.de